Paris? Ist immer eine gute Idee

Ja, dieser Beitrag steht komplett in einem Thema. Paris. OK, ich erzähle vielleicht noch vorher etwas, aber egal. Im Prinzip dreht sich alles nur um Paris.

Wir waren ja Mitte Dezember auf dem Kommiteetreffen in MG, bei dem Justine Amerika vorstellen sollte. Es war ein kurzes Vergnügen dank einem schönen aber durchaus sehr haarigem Hund. Zum Glück habe ich den Weg heim geschafft. Auf den Tischen lagen ein paar Zettel für Tagesausflüge aus. Unter anderem nach Paris. Ich hatte schon direkt gesagt: „Uh, das würde ich nicht machen. Lass es bloß! Ganz schlechte Idee, da so ewig im Bus zu sitzen. Nein, melde dich da nicht an.“ Ja, es war nicht nur Paris, auch verschiedene andere Städte. Aber die haben wir auch schon durch. Also hab ich ihr auf nette Art gesagt, dass das alles nichts für sie ist.

In der letzten „Ich-muss-Geschenke-auftreiben“-Woche vor Weihnachten kam ich auf die Idee, dass ich ihr ein schönes großes Poster von Paris schenken werde. So hat sie immer eine tolle Sicht auf Paris, Vorfreude und Erinnerung. Außerdem ist das Zimmer viel zu weiß. Immernoch. Da muss Farbe rein. Und mit dem Poster ist schon viel Farbe rein gekommen. Ja, es sieht gut aus. OK, man sieht nur das Poster und nicht den Rest. Und?

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Nach der großen Planung am 2. Weihnachtstag haben wir uns den Wecker für sehr früh gestellt. Aber gegen vier wollten wir los. War auch gut so. Mit all dem Schnee, der draußen lag. Auf dem Weg zur Autobahn bekamen wir noch mit, wie ein anderes Auto direkt vor uns die Straße verließ und in den Graben fuhr. Warum? Keine Ahnung. Es lag nicht dran, dass er ausgebrochen war oder so. Der ist einfach in den Graben gefahren. Und auf unsere Frage, ob denn alles klar wäre haben uns die beiden sehr seltsam angesehen. Mh, vielleicht waren die nicht ganz nüchtern. Könnte durchaus sein. Vielleicht war es aber auch nur ein sehr passender Anfang für Paris. Freaks, wir kommen.

Ja, wie romantisch könnte es denn sein? Paris im Schnee? Eiffelturm mit Schnee? Hach, zum Dahinschmelzen. Aber es war dann doch anders. Je weiter wir Richtung Paris kamen, umso schneefreier wurde es. Kalt? Saumäßig. Schnee? Nicht zu sehen. Aber wir haben unser Ziel kurz vor acht erreicht. Val de Fontenay. Parklücke direkt in der Nähe vom Bahnhof gefunden. Und sogar für umsonst. Wär hätte das gedacht? Wir können kurz vor Paris umsonst parken? Und alle Autos sahen unversehrt aus. Perfekt. Am Bahnhof haben wir uns erst mal mit dem Ticketautomat-System bekannt gemacht. Aber sobald man „Deutsch“ als Sprache eingab, ging es problemlos. Der Zug kam auch in wenigen Minuten und innerhalb von drei Stationen waren wir mitten in Paris. Wirklich mittendrin.

Am Bahnhof wurden wir direkt von einem sehr seltsamen Mann angesprochen. Der wollte etwas von uns. Aber ich war mir nicht sicher, ob es Geld war. Er sprang so um Tommy rum, dass ich nicht sagen konnte, ob der das überlebt. Wenn Tommy dem einmal eine über gebraten hätte, der wäre nicht mehr aufgestanden. Und der hat den wirklich gereizt. Oh ja. Aber als wir durch die Absperrung kamen, war der fort. Aber schön sah es dort in der U-Bahn-Station nicht aus. Als hätte die Decke vor kurzem gebrannt. Trotzdem haben sie dekoriert. Der Baum sah recht hell aus.

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Damit wir immer und überall mit allem fahren konnten, was in Paris an öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, wollte ich für uns Tagestickets kaufen. Natürlich gabs die nicht am Automat. Wäre ja zu einfach gewesen. Zum Glück sitzt meistens an jeder Station ein Ticketverkäufer. Also wir zu dritt auf den los. Ich fragte ihn, ob er denn englisch könne. Mh-Mh ein bisschen. Und wie sieht es mit deutsch aus? Zum Glück hatte der auf nem Stuhl mit Lehne gesessen. Denn das hat ihn tatsächlich sehr geschockt. Wie kann man denn fragen, ob der deutsch könne? Ein Nachbarland, aus dem jedes Jahr unzählige Touristen nach Paris kommen. Mh, hätte vielleicht mit japanisch dieselbe Reaktion hervorgerufen. Naja, mit meinen allerkleinsten französischen Brocken, englisch und viel Hand haben wir unsere drei Tagestickets bekommen.

Da kommen wir aus der Station raus und stehen direkt mitten in Paris. Mitten zwischen alten Gebäuden. Mitten in Geschichte. Unglaublich. Das verschlägt einem alle Worte. Wie kann man das beschreiben, wenn man selbst hier in Gangelt lebt und plötzlich dort steht. Unglaublich. Ich wollte eigentlich direkt Richtung Notre Dame gehen. Aber irgendwie sind wir dann doch am Louvre gelandet. Zwischendrin läuft man an bombastischen Kirchen vorbei, die einfach unbeschreiblich riesig sind. Und wenn man genau aufpasst, entdeckt man auch kleine Verschönerungen an Ampeln.

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Irgendwann standen wir vor einem unglaublichen Gebäude. Es schien nicht aufhören zu wollen, so groß. Es war der Louvre. In dem Innenhof zu stehen und sich vorzustellen, welche großartigen Kunstwerke hinter den Fenstern sind. Wahnsinn. Ich fühlte mich einfach nur klein. Aber für einen Besuch hat die Zeit leider nicht gereicht. Für den Louvre hätte ich gerne so zwei Tage. Hallo? Das ist Kunst, da will man doch nicht rein und raus. Einmal Monalisa sehen und gehen. Da gibt es noch so viel mehr. So schön ist die Monalisa jetzt auch nicht. Ehrlich, ich stehe dazu. Und die Pyramide am Eingang vom Louvre? Wozu eine Pyramide? Hätte man nicht was schönes nehmen können? Eine Pyramide aus Glas? Sind wir in Ägypten? Dieses riesige Gebäude hätte doch sicher irgendwo die Möglichkeit einer Tür geboten. Warum also dieses Glasding? Weils optisch so gut passt? Zu einem uralten französischen Gebäude? Naja, man muss es nicht verstehen. Aber noch hässlicher ist der Museums-Shop. Ein großer roter Metallkasten. Sehr unauffällig, muss ich sagen. Ach ja, ich schreibe jetzt nur meine Meinung, sicher haben andere eine eigene Meinung. Sollen sie auch haben. Nur kann ich nicht sagen: „Oh, kuck mal, die Pyramide. Und direkt daneben dieser große rote Klotz. Toll!“ Bin ich nicht. Muss jeder, der das liest halt mit leben.

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Man sieht den roten Kasten, wahnsinnig toll und wunderschön.20141228_092849

Vom Louvre Platz haben wir auch zum ersten Mal den Eiffelturm gesehen:

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So, nächstes Ziel: Notre Dame über Pont Neuf zu erreichen. Hab ich irgendwann mal erwähnt, wie sehr ich Brücken hasse? In Paris gibt´s abartig viele. Aber irgendwie muss es ja zu schaffen sein, so wenig wie möglich von denen zu benutzen. Mit meinem ausgeklugelten Plan ging das auch. Selbst wenn Tommy ständig über irgendwelche Brücken wollte, nur weil die gerade da waren. Nein, Pont Neuf. Das war für mich ein wichtiger Punkt auf der Tagestour. Hat auch geklappt. Ich bin in meinem Tempo über die Brücke gerannt und konnte vorher und nachher die Aussicht genießen.

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Oh, es war immernoch sau kalt. Ich war mir da auch sicher, dass es sich im Laufe des Tages nicht sonderlich bessern würde. So ab und zu hatte ich schon das Gefühl, mir sterben die Beine ab. Ne Skihose wäre vielleicht ne gute Lösung gewesen. Wenigstens sind die Füße warm geblieben. Niemals ohne Wanderschuhe irgendwohin gehen. Mein Motto für Städtereisen hat sich wieder bestätigt. Wir liefen also durch die Straßen einer kleinen Insel mitten in der Seine. So viele Kirchen überall. Aber Notre Dame noch nicht zu sehen. Hab schon angefangen zu fluchen: „Mensch, die scheiß Insel hier ist doch gar nicht so groß. Irgendwo wird diese KIRCHE doch stehen!“ Und plötzlich war sie da. Stand da einfach mal rum. Mit einem schönen großen Tannenbaum vor der Tür. Überall war ja noch weihnachtlich geschmückt. (Hätte allerdings den Baum mit den Weihnachtsschweinen irgendwo an einem Bistro fotografieren sollen. Der war klasse. Hat jetzt nichts mit Notre Dame zu tun, wollte ich nur noch mal erwähnen.) Plötzlich liefen drei Soldaten mit Maschinengewehren an uns vorbei. Die haben da patroulliert. Wir waren doch schon leicht verstört. Ist Terrorgefahr oder sowas? Machen die das immer? Für alle anderen Leute sah es so normal aus. OK, dann wird das wohl normal sein, dass die bewaffneten Soldaten hier so rum laufen. Ich habe mich allerdings nicht getraut von denen Fotos zu machen. Wir sind dann rein. Beeindruckend. Und natürlich liefen wir direkt in eine gregorianische Messe. Inklusive viel Weihrauch und Gesänge. Sehr cool. Aber leider auch sehr voll. Habe ein paar Eindrücke mit dem Handy fest gehalten.

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Ja, ich vergaß ganz zu erwähnen, dass wir schon seit unserer Ankunft nach ner Bäckerei oder ähnlichem suchten. Nichts zu sehen. Also wurde ein Klischee, da gibt´s ja sicher überall ne Bäckerei, in der man Baguette kaufen kann, nicht erfüllt. Sehr traurig. Auch die Freaks waren noch nicht aufgetaucht. Wars denen vielleicht zu kalt? Gut möglich. Denn es war deutlich unter 0 Grad. Wie viel, das weiß ich jetzt auch nicht mehr. Aber eindeutig zu kalt für mich. Der Hunger trieb uns dann in ein Subway direkt neben Notre Dame. Klar, warum nicht? Da wissen wir wenigstens, was wir bekommen. Außerdem gabs ein sauberes Klo. Das darf man nicht unterschätzen. Die nette Bedienung/Verkäuferin/wie nennt man die Arbeiter bei Subway eigentlich??? hat mich sehr mitleidig angesehen, als ich mein trockenes Brot mit ein paar Fetzen Salat bestellt habe. Aber ich habe noch viel Zeit vor mir gehabt, die wollte ich nicht mit irgendwelchen Symptomen verbringen. Da ess ich lieber trockenes Brot mit Salatfetzen. Hauptsache gesund bleiben. Zumindest bis wir wieder daheim waren.

Kaum zu glauben, wir kommen aus dem Subway raus und bumm, blauer Himmel und Sonnenschein. Das Wahnsinnswetter. Justine hat noch schnell in einem Touristenladen ein Geschenk für ihren Bruder besorgt und dann sind wir los Richtung Katakomben. Metro fahren war gar nicht mal schlecht. Zumindest die Stationen zu finden. Aber unten drin? Ich weiß nicht so genau, was ich davon halten soll. Siffig wars schon. Es gab auch überall ne Pissrinne. OK, vielleicht sollte es für Tropfwasser/Kondenswasser sein. Aber es war voll URIN. Überall, an jeder Station Pissrinnen voll mit URIN. Ich habe auch nie so viele Treppen laufen müssen, um mit ner U-Bahn zu fahren, wie in Paris. Ich glaub, Behinderte fahren überirdig. Es kam so oft vor, dass wir erst ewig weit runter stiegen, dann weit laufen und wieder Treppen hoch, um direkt wieder runter zu steigen. Aber andererseits gab es richtig schöne Geländer zu sehen. Und am interessantesten fanden wir die Metros mit den Gummirädern. Wirklich, die fuhren auf Reifen. Damit man es glaubt, habe ich es fotografiert. Gummiräder an der Bahn. Ich glaub, das gibt´s auch nur in Paris.

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Wir haben also die Station für die Katakomben erreicht. Stehen davor und ich sagte schon: „Hey, ich weiß, wo wir hin müssen! Kuckt, da vorne ist eine lange Schlange!“ Wir gingen hin und suchten das Ende. Und suchten und suchten. Wow, wie lange kann die denn sein? Ich kanns sagen. Die ging einmal um den Block. Das Ende war zwei Meter vorm Eingang. Ich hätte das fotografieren sollen. Aber meine Hände waren ehrlich sehr eingefroren. Ich versuche mal schnell etwas anderes mit Maps.

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Ich weiß, es ist etwas krakelig gemalt. Aber so kann man es etwas erkennen.

Wir haben uns also angestellt. Es wird ja nicht soooo lange dauern. Klar. Einfach mal schauen, wie schnell wir voran kommen. Natürlich ging die erste Viertel Stunde etwas gut. Ich habe sogar in der Nähe eine Bäckerei gefunden, in der ich zwei Flutes kaufen konnte. Aber wir standen und standen und standen. Irgendwann bin ich mal zum Eingang. Es hatte sich eine deutsche Familie beschwert, es wäre nur EINE Kasse geöffnet. Dabei warten sooooo viele Leute auf den Einlass. „Wir haben noch knapp zwei Stunden vor uns!“ Oh, und wir standen schon ne Stunde. Mann, Mann. Am Eingang habe ich gesehen, dass immer nur etwa 200 Personen in die Katakomben rein dürfen, die Tour dauert etwa 45 Minuten. OK, wenn wir die drei Stunden, die wir noch vor uns hätten, hier stehen bleiben, dann sehen wir den Rest nicht mehr im Hellen. Nach kurzer Zeit haben wir dann beschlossen, unseren Platz zu Räumen und uns auf den Weg zum Eiffelturm zu machen. Da bis 19 Uhr Einlass ist, wollten wir es später noch einmal probieren. Schlimmer als die vergeudete Stunde kann es ja nicht mehr sein. Es war ein tolles Gefühl, endlich in der nächsten Metro Richtung Eiffelturm zu sitzen. Endlich aufwärmen. Wenn auch nur für einen kurzen Moment.

Dann kam der Eiffelturm. Wir hatten schon einen kleinen Fußweg. Dort haben wir dann plötzlich den Turm über den Häusern gesehen. Es sah aus, wie Photoshop. Die Häuser und hintendran mal den Eiffelturm gesetzt. Richtig unwirklich. Dann kommen wir näher und waren auf einem Weihnachtsmarkt. Jetzt mal im Ernst. Wer kann schon sagen, er war am Eiffelturm auf nem Weihnachtsmarkt? WIR. Und ich schätze mindestens ne Millionen anderer Leute. Aber egal. Scheiß auf den verpassten Markt in Monschau, wir waren auf dem in Paris am Eiffelturm. Bääm.

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Am Platz vorm und unterm Eiffelturm waren nur Menschen. Man konnte kaum etwas anderes als Menschen sehen. OK, die Soldaten mit ihren Maschinengewehren waren auch da. Aber Menschen ohne Ende. Ich fragte Justine, ob und wie sie hoch möchte und wie hoch. Als sie die Schlangen sah (das Ende konnte man nicht mal erahnen. Nicht mal das Ende der Treppensteiger), wollte sie nicht mehr hoch. Es reichte ihr, das zu sehen. Ich wäre eh nicht hoch gegangen. Also haben wir uns aufs Fundament eines Fußes gesetzt und konnten so sagen, dass wir auch auf dem Turm waren. Ja, das zählt auch. Unterm Turm habe ich mal hoch gesehen. Ohne Scheiß, wird man sogar noch angespuckt. Das ist einfach sehr widerlich. Muss das sein? Auf den Turm hochgehen, um da runter zu spucken? Es hat mich doch enttäuscht. Schön ist das Ding auch nicht wirklich. Aber sehr beeindruckend. Die Anziehungskraft, die Menschen von überall auf der Welt bewegt, sich dieses riesige Stahlding anzusehen. Unglaublich. Ich meine, wir waren auch dort und waren beeindruckt. Wir gingen also noch weiter zurück und zurück und zurück, bis wir die typischen Touristenbilder mit ganzem Eiffelturm schießen konnten. Unglaublich, wir waren sehr touristisch an diesem Sonntag in Paris. (Ich weiß, das Lied geht mit Avignon, aber das ist zu weit weg und es passte einfach gerade.)

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OK, nächster Punkt auf der Liste: Ich wollte einmal über die Champs-Elysee laufen und singen „Oh, Champs-Elysee.“ Also Metro-Station suchen und ab zur Champs-Elysee. Auf dem Weg haben wir das genialste Restaurant überhaupt gesehen. Da standen auf den Tischen Toaster. Mindestens einer pro Tisch. Ich glaub, wenn das geöffnet gewesen wäre, ich wäre rein und hätte da was gegessen. Allein, weil da Toaster auf dem Tisch stehen. Wie geil ist das denn bitte?

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Es war ein tolles Gefühl an der Station die Treppenstufen rauf zu gehen. Es hat richtig gekribbelt vor Aufregung. Toll, begeisternd und überhaupt. Ich liebte es. Was die Leute gedacht haben? Egal. Ich hatte meinen Spaß. Habe auch ein MC Donalds gesehen mit MC Cafe dabei. Herrlich. Also noch schnell nen Kaffee bekommen und die anderen beiden heißen Kakao. Den hatten wir auch nötig. Es war so arschkalt, immernoch. Besonders im Schatten. Habe noch schnell mitten auf der Straße ein paar Bilder hoch und runter gemacht und dann konnte ich mich an einem Schaufenster nicht zurück halten. Jetzt mal im Ernst. Es gibt auf dieser Straße so viele Geschäfte mit überteuerten Klamotten, Füllern, Taschen und Schuhen. Warum müssen die Sachen dann so hässlich sein? Dafür war die Auslage im Mc Cafe ein Traum. So viel verschiedene Sachen. Wahnsinn. Kein Vergleich zu den paar Sachen bei uns. Hätte ich doch wenigstens ein Teil davon essen können…

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Zum Glück war es nicht weit bis zum Triumpfbogen. Da sind wir hin. Einmal auf dem Kreisverkehr stehen und den irren Verkehr beobachten. Ein Traum, ehrlich. Aber der Triumpfbogen für sich war schon sehr toll. Die Figuren. Wahnsinn. Und wieder die Soldaten. Echt, die haben mir schon Angst gemacht mit ihrer Präsenz. Wir standen also ein paar Ampelphasen dort und haben uns alles angesehen. So der Wahnsinn. Die Autofahrer haben einfach drauf gehalten. Egal, ob da jemand von der Seite kam. Wer Rücksicht nimmt, verliert. Es gab sogar Irre, die zu Fuß zum Fotos machen Richtung Champs-Elysee gingen. Durch dieses Chaos. Vielleicht war es ja eine Mutprobe. Alles möglich bei den Menschen. Aber weil alle auf der einen Seite die Bilder machen wollten, sind wir zur anderen gegangen. Von dort sieht der Triumpfbogen genauso toll aus. Nur ist viel weniger Menschenverkehr. Man muss einfach auf Ideen kommen. Leider kann ich den Film nicht einfügen, den ich dort gedreht habe. Wir hatten Spaß.

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So, weiter ging es zur Sacre Coeur. Weniger wegen der Kirche ansich als wegen dem tollen Ausblick. Wir kamen gerade im Sonnenuntergang an. Bei diesem Wetter und dann Sonnenuntergang. Die Stadt leuchtete leicht rötlich, die Kirche wurde noch einmal angestrahlt von den Sonnenstrahlen. Es sah so schön aus. Innendrin sah es jetzt nicht so prickelnd aus. Hab ich an dem Tag schon schöneres gesehen. Und natürlich kamen wir in eine Messe rein. Da war die in Notre Dame auch toller. Naja, ich sollte nicht so anspruchsvoll sein. Wer kann schon behaupten, eine Messe in Sacre Coeur erlebt zu haben? WIR. Und Millionen anderer Leute auch. Aber die Treppen vor der Kirche waren voll. So viele Menschen waren nicht mal am Eiffelturm. Ich glaube, alle hatten die Idee, den Sonnenuntergang dort zu erleben. Aber wir haben uns einen Platz gesucht und ganz viel Häuser und Kirchen und alles gesehen. Alle unsere Stationen, die wir bereits besucht haben konnten wir sehen. Sehr schön war es. Leider sieht man auf den Bildern nichts alles so schön, wie es war.

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Mit ner Ente eine Sightseeing-Tour durch Paris machen. Geil

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Dann ging es also wieder zurück zu den Katakomben. Zwischen den Hütchenspielern, die wirklich überall standen und aus 50 € wirklich 400 € machen wollten. Wers glaubt. Mich nervte es nur, dass die überall standen und den Weg versperrten.

Wieder an unserer Station angekommen haben wir wirklich einiges an Platz gut gemacht. Ich schätzte, dass wir etwa eine Stunde Wartezeit noch vor uns hätten. Und es war 18 Uhr. Die Mitarbeiter der Katakomben sprachen die Leute an, die direkt nach uns kamen: „Wir können Ihnen nicht versprechen, dass Sie noch rein kommen!“ Mh, aber die hätten das ja zu uns auch gesagt, wenn wir nicht mehr rein kämen, oder? Also mussten wir bangen. Die Zeit ging schneller vorrüber als die Schlange kürzer wurde. Für jeden Meter weiter nach vorn waren wir glücklich. Dann waren wir dran. Yeah, wir waren drin. Als ich den Eintritt bezahlte gabs nen lauten Knall hinter uns. Es kamen noch fünf Personen hinter uns rein. Die Tür war zu. Alle anderen, mit Sicherheit um die 50 Leute mussten draußen bleiben. Wir aber hatten es geschafft. Um 19:01 Uhr habe ich die Tickets gekauft. Was für ein Timing. Dann ging es hinunter. Ich kann mich nicht mehr an die Anzahl der Stufen erinnern. Tommy schon. Der hat sie alle gezählt. Aber es war über 60 Meter unterhalb der Oberfläche. Und alles eine Wendeltreppe hinunter. Ich hab schon nen Drehwurm gehabt. Irgendwie besichtigen Justine und ich immer etwas, bei dem auch Wendeltreppen dabei sind. Aber diese hier, ich dachte schon, es gibt kein Ende. Wir endeten in einem kleinen Vorraum, in dem verschiedenes über die Katakomben auf Tafeln beschrieben war. Von dem Vorraum ging es rein. In sehr enge Gänge, die auch nicht unbedingt hoch waren. Ich konnte gut drin stehen. Aber ein beklemmendes Gefühl hatte ich trotzdem. Was, wenn ich mir was breche, weil ich umknicke? Was wenn ich plötzlich Panik bekomme? Es war schon gruselig. Dabei kam das Gruselige erst später. Wir hatten etwa 2 km unter Paris zu laufen. Wir lernten, dass die Katakomben als Gefängnis genutzt wurden und die Gefangenen Hafenstädte in den Stein „schnitzten“. Auch dass der Stein vieler Kirchen, unter anderem für Notre Dame, in den Katakomben abgebaut wurde. Der sogenannte „Pariser Stein“. Als dann die Friedhöfe wegen Überfüllung geleert werden mussten, wurden die ca. 6.000.000 (ja, Millionen) Skelette ausgebuddelt und in den Katakomben eingelagert. Damit man wusste, von welchem Friedhof die Skelette kommen, wurde eine Tafel für jeden Friedhof angebracht. Es war wirklich überwältigend diese Masse an Knochen zu sehen. Ich fühlte mich direkt in Herr der Ringe versetzt. Es fehlte nur der Spruch überm Eingang: „Der Weg ist versperrt. Er wurde angelegt von jenen, die tot sind, und die Toten halten ihn„. Aber viel anders hätte ich mich nicht in diesen Katakomben fühlen können. Was mich aber entsetzte war die Zerstörung durch Touristen. Teilweise haben die ihre Namen auf die Skelett-Schädel gemalt. Oder es fehlte mal einer. Wie furchtbar ist das denn? Aus diesen Gräbern Schädel zu stehlen? Oder zu beschmieren? Unglaublich. Jetzt mal abgesehen davon, dass sich die Menschen damals die Mühe gemacht haben, alles so aufzubauen, damit die Knochen nicht in Haufen dort liegen. Wer nimmt sich denn Knochen mit? Scheinbar viele, denn man muss am Ende durch die Taschenkontrolle.

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Es war aber gut, die Katakomben zum Schluss gemacht zu haben. Ich denke, wenn man im Dunkeln die letzte Wendeltreppe des Tages hoch kam und dann einfach so mitten in Paris auf der Straße steht, ist es besser als dann im Hellen im Sonnenschein zu sein. So wirkt das alles viel mehr. Noch ein letzter Weg zur Metro. Die Bahn zu unserem Auto nehmen und dann Au revoir Paris. Es war ein sehr ereignisreicher Tag. Wir haben viel gesehen, viel gelacht und noch mehr gefroren. Ob wir es wieder tun würden? Ich auf jeden Fall. Vielleicht nicht mehr wenn es so kalt ist. Ich auf jeden Fall. Aber dann würde ich mir eventuell weniger touristische Sachen ansehen. Nur war es nicht mein Weihnachtsgeschenk. Doch irgendwann wird Paris mich wieder sehen. Entweder im Frühling oder im Herbst. Mal sehen.

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